Frau liest Zeitung

MVA erhält weiteren Fernwärmetauscher

Der Wärmetauscher wird lotrecht in das Technikgebäude eingehoben.
Der Wärmetauscher wird lotrecht in das Technikgebäude eingehoben. | Foto: Kristine Greßhöner

17.10.2019 | 08:00

Mehr Versorgungssicherheit in der kalten Jahreszeit

In der MVA Bielefeld wurde heute ein neuer Fernwärmetauscher eingebaut. Dieser ergänzt die zwei bereits vorhandenen Anlagen, in denen das Fernwärmewasser mit dem bei der Abfallverbrennung entstandenen Dampf erwärmt wird. Der Einbau des 16 Tonnen schweren Teils war für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Das Unternehmen hat dafür rund 800.000 Euro investiert.

Aktuell werden in der MVA bis zu 60 Prozent des Fernwärmebedarfes der Stadt Bielefeld gedeckt. Stefan Pöschel, Geschäftsführer der MVA Bielefeld, erklärt: „Die zuverlässige Fernwärmeversorgung aus unserer Anlage ist also enorm wichtig. Vor allem in der kälteren Jahreszeit können wir mit einem zusätzlichen Fernwärmetauscher noch mehr Versorgungssicherheit bieten, zum Beispiel, wenn Reparaturen anfallen. Außerdem investieren die Stadtwerke Bielefeld weiter in den Ausbau des Fernwärme-Netzes, so dass der Bedarf an dieser besonders umweltfreundlichen Energie in Zukunft größer werden wird.“

Einbau des neuen Wärmetauschers

Die Rohranschlüsse für den neuen Fernwärmetauscher wurden bereits im vergangenen Jahr beim Gesamtstillstand der MVA vorbereitet. So kann die Installation jetzt im laufenden Betrieb erfolgen. Der Wärmetauscher ist rund sieben Meter lang, 1,2 Meter im Durchmesser und 16 Tonnen schwer. Er musste mit einem Schwerlastkran lotrecht in das Technikgebäude eingehoben und auf den vorbereiteten Stahlbau aufgesetzt werden. Zum Einheben mussten in das Stahlbetondach und in eine Zwischendecke Durchbrüche von zwei mal zwei Metern gesägt werden. Projektleiter Alexander Krenzer ist stolz auf sein Team: „Unter anderem für die Deckendurchbrüche waren umfangreiche statische Berechnungen und Stahlbaukonstruktionen erforderlich. Das Einheben des Tauschers war dann noch einmal Feinarbeit heute. So etwas macht man nicht alle Tage.“ Nach dem Einheben müssen nun die anschließenden Rohrleitungen, Armaturen, Messungen und Kondensat-Pumpen installiert werden.

Die Technik hinter der Fernwärme

Die MVA hatte bisher zwei Fernwärmetauscher mit einer Wärmeübertragungsleistung von jeweils 42,5 Megawatt. Im Winterbetrieb werden beide Fernwärmetauscher parallel betrieben. Dabei strömen bis zu 1.200 Kubikmeter Fernwärmewasser pro Stunden durch die zwei Tauscher. Das Fernwärmewasser wird mittels entsprechend leistungsstarker Pumpen durch die Wärmetauscher gefördert und in das Fernwärmenetz gespeist. Durch den zusätzlichen Wärmetauscher wird zusätzlich eine Übertragungsleistung von 50 Megawatt erzielt.

Der Dampf, der bei der Verbrennung des Abfalls entsteht, wird mit einer Temperatur von rund 140 Grad in den Wärmetauscher eingeleitet und in dessen Innerem durch viele parallele Rohrleitungen geführt. Um diese Rohrleitungen herum befindet sich das Fernwärmewasser. Der Dampf gibt über die wärmedurchlässigen Rohrwände seine Wärme an das Wasser ab.

 

 

geschrieben von  Birgit Jahnke

zurück zu Presse

Chat

* Pflichtfelder

Informationen zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten finden Sie > hier.