Frau liest Zeitung

Die erste E-Roller-Saison in Bielefeld beginnt

Ein Paar fährt auf einem Roller dem Fotografen entgegen.
moBiel geht mit "Alma" und floBie-Znetrale an den Start. | Foto: Patrick Pollmeier

08.04.2019 | 08:09

moBiel geht mit „Alma“ und flowBie-Zentrale an den Start

Passend zu den ersten sonnigen Tagen in Bielefeld bringt moBiel das E-Roller-Sharing auf die Straße. Die weiß-orangefarbenen Flitzer namens „Alma“ können morgen bei der Veranstaltung „Hut ab“ am Altstädter Kirchplatz Probe gefahren werden und sind dann für alle Bielefelderinnen und Bielefeld freigeschaltet. In der Altstadt erklären morgen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie das Anmelden genau funktioniert. Von 15 bis 21 Uhr ist die Teststrecke für alle Interessierten geöffnet. Als Special Guests kommen um 16 Uhr die Arminia-Spieler Manuel Prietl und Amos Pieper zu einer Autogramm-stunde vorbei.

Bis zu 50 Almas fahren demnächst durch Bielefeld

Ab dem Wochenende werden rund 20 E-Roller im Bielefelder Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Bis zum Sommer werden es insgesamt 50 sein. Martin Uekmann, moBiel-Geschäftsführer, erklärt: „Um die Verkehrswende zu schaffen, brauchen wir in Zukunft immer neue Ideen. Mit dem E-Roller-Sharing wollen wir ein neues, digitales Angebot machen, das auch noch mit Öko-Strom funktioniert. Wir sind heute schon der Mobilitätsanbieter für Bielefeld und wollen immer am Puls der Zeit bleiben.“ Unter dem Namen flowBie wird es bei moBiel in den kommenden Jahren zusätzlich zu den E-Rollern noch weitere neue Angebote geben. flowBie ist dabei der Oberbegriff für das gesamte Themenfeld rund um neue Mobilität und bedeutet so viel wie „Mobilität im Fluss“. Aktuell prüft moBiel wie ein Sharing-Konzept für E-Tretroller in Bielefeld funktionieren könnte. In Planung sind außerdem sogenannte On-Demand-Verkehre. Dabei werden Kleinbusse eingesetzt, die in Wohngebieten mit eher schlechter ÖPNV-Anbindung per App oder Telefon angefordert werden können.

Martin Uekmann: „Unsere Vision ist, dass wir irgendwann eine Vielzahl an Verkehrsmitteln bereit stellen können, die alle miteinander harmonieren und nach Belieben kombiniert werden können, damit ein eigenes Auto immer seltener benötigt wird. Die E-Roller sind also nur der Anfang.“ Eine zentrale Anlaufstelle hat moBiel zu den Themen auch schon geschaffen - die flowBie-Zentrale an der Otto-Brenner Straße. Dort erhalten Interessierte Unterstützung bei der Registrierung für das E-Roller-Angebot und können auch Testfahrten absolvieren. Termine können ab sofort vereinbart werden.

Das sagt die Testgruppe

Von Mitte August bis Ende November war bereits eine exklusive Testgruppe mit den E-Rollern in Bielefeld unterwegs. Unter den 50 Personen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Bielefeld Gruppe, Medienvertreter, Gastronomen, Studenten und Interessierte aus der Startup-Szene. Diese berichteten moBiel während der gesamten Pilotphase 2018 von ihren Erfahrungen.

Sarah Bicker leitet das E-Roller-Projekt bei moBiel und hat sehr positive Rückmeldungen bekommen: „Die Tester waren durchweg begeistert. Ich höre immer wieder: Es macht einfach Spaß damit zu fahren und wenn man es einmal gemacht hat, ist man infiziert. Das hat mich wahnsinnig gefreut. Die Tester haben uns aber auch viele wichtige Knackpunkte aufgezeigt, an denen wir schon arbeiten konnten, bevor die große Öffentlichkeit auf die E-Roller steigt.“ Die Testgruppe hatte unter anderem zurück gemeldet, dass die Roller oft zu weit entfernt voneinander standen und nicht schnell genug erreichbar waren. moBiel hat sich daraufhin noch im vergangenen Jahr entschieden weitere E-Roller zu bestellen, so dass das Netz mit bald 50 Rollern deutlich dichter werden wird. Auch das Innenfutter der Helme wurden von einigen Personen als drückend empfunden, weshalb moBiel nun auf einen anderen Hersteller mit weicherem Material setzt.

So funktioniert Alma

Das Buchen der E-Roller ist ganz einfach über die „flowBie-Sharing-App“ möglich. Ab sofort ist sie für die Betriebssysteme Android und iOS im jeweiligen Store erhältlich. In einem ersten Schritt müssen Nutzerinnen und Nutzer ihren Führerschein und Ihren Personalausweis in der App hochladen und Zahlungsinformationen hinterlegen. Die Zahlung erfolgt entweder über eine SEPA-Lastschrift oder per Kreditkarte. Sind die erforderlichen Daten hinterlegt, werden diese von moBiel geprüft und das Profil wird so schnell wie möglich freigegeben.

In der App erscheint eine Stadtkarte von Bielefeld, auf der man sehen kann, wo die Roller aktuell stehen und zu wieviel Prozent diese geladen sind. Das E-Roller-Sharing funktioniert als sogenanntes „freefloating“-System. Das bedeutet, dass die Roller nicht an einer bestimmten Stelle abgestellt werden müssen. Damit die Roller allerdings nicht zu weit außerhalb für den nächsten Kunden geparkt werden, gibt es einen Radius innerhalb dessen die Nutzer ihre Fahrt beenden müssen. Dieser erstreckt sich entlang der Grenzen der Stadtteile Dornberg, Schildesche, Heepen, Stieghorst und Gadderbaum. Im Süden von Bielefeld ist das endgültige Abstellen nicht möglich. Fährt ein Bielefelder mit dem E-Roller nach Sennestadt, um dort etwas zu erledigen, kann er ihn zu einem niedrigen Tarif parken, muss ihn aber wieder ins Heimatgebiet zurückfahren. In jedem Roller sind jeweils zwei Helme in unterschiedlichen Größen sowie Hygienehauben vorhanden, so dass sich niemand dafür extra einen eigenen Helm anschaffen muss.

Die Akkus der E-Roller schaffen bis zu 100 Kilometer. Über eine Software wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von moBiel gemeldet, wenn ein Akku droht leer zu werden. Diese fahren den Roller dann an und tauschen den Akku aus. So soll gewährleistet sein, dass die Roller möglichst ohne Unterbrechung genutzt werden können.

Konditionen für Alma

- Anmeldung 9,90 Euro, inklusive 25 Freiminuten
- Fahren 19 Cent pro Minute
- Parken 6 Cent pro Minute
- Tagespreis 19 Euro
- moBiel-Abo-Kunden erhalten 50 weitere Freiminuten

geschrieben von  Lisa Schöniger

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