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Bielefelder Fernwärmenetz wächst

Baustellenschild Fernwärme steht vor einem blauen Versorgungsfahrzeug
Stadtwerke Bielefeld verlegen 780 Meter lange Fernwärmeleitung auf dem Johanneswerk-Gelände. | Foto: Veit Mette

05.03.2019 | 08:00

Stadtwerke Bielefeld verlegen 780 Meter lange Fernwärmeleitung auf dem Johanneswerk-Gelände

Das Bielefelder Fernwärmenetz wächst weiter: Die Stadtwerke Bielefeld verlegen seit Februar eine 780 Meter lange Fernwärmeleitung auf dem Johanneswerk-Gelände zwischen Schildescher Straße und Meierfeld. Ab August sollen das im Bau befindliche Marswidisstift und anschließend bis November drei benachbarte Bestandsgebäude des Johanneswerks bzw. des Evangelischen Klinikums Bielefeld mit klimafreundlicher Fernwärme versorgt werden. Und auch die Hausbesitzer am Meierfeld können von der Neuverlegung profitieren und ihr Haus anschließen lassen.

Die Mitarbeiter des von den Stadtwerken Bielefeld beauftragten Unternehmens RTH Rohr- und Tiefbau Hoya haben am Neubau des Altenheims am Meierfeld begonnen, den rund 1,10 Meter tiefen und 1,20 Meter breiten Graben für die neue Leitung auszuheben. Der Endpunkt befindet sich am anderen Ende des Geländes auf Höhe des Krankenhauses. Dieser soll im Juli erreicht sein. Anschließend werden die neuen Rohre dort mit der vorhandenen Leitung verbunden. Diese führt etwa vom Kreisel vor der Klinik bis zur Einfahrt an der Schildescher Straße und wird im Zuge der Bauarbeiten gleich mit saniert.

Aufwendige Verlegung

Die Verlegung von Fernwärmeleitungen ist aufwendig. Denn gebraucht werden immer ein Vorlaufrohr, das das maximal 130 Grad Celsius heiße Fernheizwasser zu den Kunden transportiert, und ein Rücklaufrohr, das das abgekühlte Wasser anschließend zum erneuten Aufheizen wieder in die Kraftwerke transportiert. Gut isoliert müssen die Rohre auch sein, damit während des Transports möglichst wenig Wärme verloren geht. Sowohl Vor- als auch Rücklaufrohr bestehen aus drei Schichten: innen ein Stahlrohr, dann eine isolierende Schicht und außen eine Ummantelung aus Polyethylen.

An die Baustelle geliefert werden zwölf Meter lange Rohre. Die RTH-Mitarbeiter schweißen neben dem Rohrgraben jeweils drei Rohre zusammen. Anschließend werden die jetzt 36 Meter langen Abschnitte in die Erde gelegt und mit Muffen miteinander verbunden. Vor dem Verfüllen der Baugrube muss dann noch über das Leckwarnsystem getestet werden, ob die neu verlegte Leitung dicht ist.

Fernwärme reduziert Kohlendioxidausstoß

Für Frank Wilkening, der bei den Stadtwerken Bielefeld Fernwärmekunden betreut, lohnt sich der hohe Aufwand für die Verlegung der Fernwärmeleitung: „Jeder Haushalt, der mit Fernwärme heizt, macht die Luft in Bielefeld sauberer. Denn durch die zentrale Erzeugung der Wärmeenergie in unseren Anlagen fallen viel weniger Schadstoffe an als bei den vielen sonst notwendigen Einzelheizungen.“ Außerdem werde die Fernwärme in Bielefeld fast vollständig in der besonders effizienten Kraft-Wärme-Kopplung – also zusammen mit Strom – erzeugt. Und er rechnet vor: „Die vier Gebäude, die wir in diesem Jahr für das Johanneswerk an unser Fernwärmenetz anschließen, benötigen eine Leistung von rund 900 Kilowatt – so viel wie etwa 90 Einfamilienhäuser. Durch das Heizen mit Fernwärme sparen allein diese vier Gebäude rund 290 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein.“

Die Stadtwerke Bielefeld haben die neue Leitung so dimensioniert, dass auch Immobilienbesitzer am Meierfeld ihre Häuser an die Fernwärme anschließen lassen können. Dies würde die Entlastung für das Klima noch größer machen. Für die Hauseigentümer, von denen etliche schon Interesse gezeigt haben, spielt neben dem Klimaschutz auch noch ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle, weiß Wilkening: „Fernwärme ist komfortabel und platzsparend. Sie brauchen nur eine Übergabestation im Keller, die auf Wunsch zudem noch von den Stadtwerken gewartet werden kann.“

Daten zum Bielefelder Fernwärmenetz

(Stand: 31.12. 2017)


Netzlänge 213 Kilometer
Hausanschlüsse 3.863
Versorgte Wohneinheiten rund 26.000
Angeschlossene Wärmeleistung 425 Megawatt
Fernwärmeabsatz 545 Mio. kWh


Fernwärmeerzeugung: MVA Bielefeld-Heepen, Heizkraftwerk und Holzkraftwerk an der Schildescher Straße, BHKW Meisenstraße, Biogas-BHKW im Heizwerk Universität, weitere Spitzenheizwerke

 

 

geschrieben von  Birgit Jahnke

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