Männliche Hand mit Kaffeetasse

Ab 1. Februar: Stadtwerke Bielefeld führen Bezahlsystem an Elektroladesäulen ein

08.01.2019 | 08:00

Ab dem 1. Februar können die Fahrer von Elektroautos an den öffentlichen Ladesäulen der Stadtwerke Bielefeld ihre Fahrzeuge nicht mehr umsonst aufladen. Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, führt der Bielefelder Energieversorger jetzt ein Bezahlsystem ein. Die Kunden können entweder einen Ladestromvertrag abschließen oder nach Herunterladen einer App und einmaliger Hinterlegung eines Zahlungsweges auch vertragsfrei ihr Auto aufladen.

Bei der vertragslosen Variante müssen die Kunden vor dem ersten Tanken die kostenlose eCharge-App herunterladen und Kreditkartendaten oder einen paypal-Account hinterlegen. Die Kilowattstunde Ladestrom kostet bei diesem Modell 39 Cent. Die Abrechnung erfolgt unmittelbar nach dem Ladevorgang und ist für die Stadtwerke Bielefeld anonym. Das Unternehmen erhält keine kundenbezogenen Informationen. Die Stadtwerke Bielefeld kooperieren bei ihren Ladepunkten mit der Innogy, die deutschlandweit mit über 2.400 Ladesäulen zu den größten Betreibern zählt.

Entschließt der Kunde sich zum Vertragsabschluss, zahlt er ab dem 1. Februar 30 Cent für die Kilowattstunde Ökostrom an den öffentlichen Ladesäulen der Stadtwerke. Hinzu kommt eine monatliche Grundgebühr von vier Euro. Für Stromkunden der Stadtwerke – die große Mehrheit der Bielefelder - entfällt die Grundgebühr. Abgerechnet wird bei diesem Modell einmal jährlich zum Jahreswechsel. Nach Vertragsabschluss ist auch ein Stromladen ohne App möglich. Dann müssen die Kunden die Zugangsdaten über eine Telefon-Hotline mitteilen. Die Stadtwerke Bielefeld raten jedoch zur App, da sie eine Fülle von Informationen bietet, etwa zu Standorten von Ladesäulen, deren Betriebszeiten oder aktueller Belegung. Auch kann der Kunde mit der App sein eigenes Tankverhalten überprüfen.

Nicht nur der günstigere Preis für die Kilowattstunde spricht für die Vertragsvariante. Die Kunden können mit Ladestromvertrag alle Ladesäulen des Innogy-Verbundes in ganz Deutschland nutzen, und zwar zu den Bielefelder Konditionen.

Elektroladesäulen auch weiter Zuschussgeschäft für die Stadtwerke

„Seit 2010 haben wir den Fahrern von Elektroautos an unseren Ladesäulen kostenlos Strom zur Verfügung gestellt“, sagt Holger Mengedodt, Geschäftsbereichsleiter Markt und Kunde bei den Stadtwerken Bielefeld. „Wir wollten damit einen Beitrag zur Förderung der Elektromobilität leisten. Jetzt nimmt die Elektromobilität, auch aufgrund der Stickoxiddiskussion, deutlich Fahrt auf. Eine Unterstützung durch die Stadtwerke im bisherigen Umfang ist deshalb nicht mehr erforderlich. Auf Dauer wäre sie auch nicht finanzierbar.“

Mengedodt macht deutlich, dass der Betrieb von Elektroladesäulen auch weiterhin ein Zuschussgeschäft bleiben wird: „Die Preise, die wir für unseren Öko-Ladestrom jetzt einführen, sind keineswegs Kosten deckend. Wir gehen nach wie vor massiv in Vorleistung, genau wie alle anderen Betreiber von öffentlichen Ladepunkten in Deutschland. Denn über den reinen Stromverbrauch lassen sich Ladesäulen derzeit nicht refinanzieren.“ Die Installation einer einzigen Ladesäule koste einen hohen vierstelligen Eurobetrag. Demgegenüber stünden – Stand 1. Januar 2018 - 389 Elektroautos in Bielefeld, die zudem nach Angaben des Branchenverbands BDEW zu 80 Prozent im privaten Raum geladen würden.

Die Stadtwerke Bielefeld werden auch im neuen Jahr die Ladeinfrastruktur in Bielefeld ausbauen. Geplant sind rund 20 neue öffentliche Ladesäulen. Zudem wollen die Stadtwerke künftig auch Hauseigentümern und Unternehmen Ladeinfrastruktur anbieten. Mengedodt: „Nur wenn das Ladenetz stimmt, davon sind wir überzeugt, werden Elektroautos in der Breite attraktiv. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Autofahren auch mit Strom seinen Preis hat.“

Wer nach dem 1. Februar die Ladesäulen der Stadtwerke Bielefeld nutzen möchte, kann sich im Internet unter stadtwerke-bielefeld.de/privatkunden über die Details der verschiedenen Bezahlmöglichkeiten informieren. Das Unternehmen berät auch telefonisch unter der Nummer 0521/51-1590 sowie im Kundenzentrum Jahnplatz Nr. 5. Kunden, die einen Ladestromvertrag abschließen möchten, müssen mit einer Bearbeitungszeit von etwa einer Woche rechnen.

 

 

 

geschrieben von  Birgit Jahnke

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