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Ein neuer Trafo für das Umspannwerk Sparrenberg

Trafo Umspannwerk Sparrenberg in Bielefeld | Foto: Kristine Greßhöhner
Trafo Umspannwerk Sparrenberg in Bielefeld | Foto: Kristine Greßhöhner

04.12.2019 | 07:51

Anlieferung des 65-Tonnen-Gerätes unter erschwerten Bedingungen

Hier war Fingerspitzengefühl und zentimetergenaue Planung gefragt: Die Stadtwerke Bielefeld ließen in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember einen 65 Tonnen schweren Transformator zum Umspannwerk Sparrenberg liefern und in das Betriebsgebäude transportieren. Hierfür musste sich der rund 30 Meter lange und dreieinhalb Meter breite Flachbett-Schwertransporter mit zwölf Achsen die enge und steile Burgstraße unterhalb der Sparrenburg hinaufquälen. Und auch auf dem Gelände des Umspannwerks war Augenmaß wichtig. Denn der neue Trafo ist nicht nur ein Schwergewicht, sondern mit Abmessungen von 3,5 Meter x 6,5 Meter und einer Höhe von vier Metern auch nicht gerade klein.

Wegen dieser Dimensionen und der noch schwierigeren Verhältnisse auf der Straße Am Sparrenberg, wo der eigentliche Zugang zu dem Umspannwerk aus dem Jahr 1959 liegt, schufen die Stadtwerke eigens eine Zugangsmöglichkeit von der Burgstraße aus. Und auch eine Wand des gemauerten Betriebsgebäudes musste aufgebrochen werden, damit der neue Hochspannungstrafo an Ort und Stelle gebracht werden konnte. Hierzu nutzten die Schwerlastexperten ein Schienensystem, über das der Trafo mithilfe von Seilzügen ganz langsam auf seinen vorgesehenen Platz im Gebäude gezogen wurde.

Alter Trafo sicherte 54 Jahre Bielefelds Stromversorgung
Der neue Trafo, der Strom mit einer Hochspannung von 110.000 Volt in Strom mit 10.000 Volt Mittelspannung umwandelt, ersetzt ein Gerät, das fast auf den Tag genau 54 Jahre lang – nämlich seit dem 19. November 1965 – geholfen hat, die Bielefelder Stromversorgung zu sichern. „Jetzt hat die Anlage langsam ihre technische Lebensdauer erreicht“, erläutert Stadtwerke-Projektleiter Dennis Balzer aus dem Bereich Anlagenplanung Elektrizität. „Wir müssen jetzt erneuern, um einen ungeplanten Ausfall zu vermeiden.“

Denn der Hochspannungstransformator, für dessen Austausch die Stadtwerke Bielefeld rund 480.000 Euro investieren, spielt – wie das gesamte Umspannwerk Sparrenberg - eine zentrale Rolle bei der Stromversorgung von Gadderbaum, für den Bereich entlang der Artur-Ladebeck-Straße, die Altstadt sowie die innenstadtnahen Abschnitte entlang der Detmolder Straße. Über Hochspannungskabel ist das Umspannwerk dafür mit den Umspannwerken Ost in Ubbedissen und Zwinger an der gleichnamigen Straße verbunden. Der neue Trafo hat wie sein Vorgänger eine Leistung von 31.500 Kilowatt. Hiermit lassen sich rund 15.500 durchschnittliche Haushalte versorgen oder etwa 120 mittlere Gewerbe-/Industriebetriebe.

Wiederinbetriebnahme kurz vor Weihnachten
Begonnen hatten die Arbeiten an der Burgstraße Mitte November. Zunächst musste der alte Transformator vom Netz getrennt werden. Anschließend öffneten die Stadtwerke-Mitarbeiter die Gebäudewand und richteten eine Zuwegung von der Burgstraße ein. Ende November dann konnte der alte Trafo abtransportiert werden. Eine knappe Woche vor Weihnachten, so plant Dennis Balzer, kann das Umspannwerk wieder in Betrieb gehen. Bis dahin ist noch viel zu tun: Die Gebäudewand muss wieder geschlossen und der Zaun neu aufgebaut werden. Daran schließt sich die Montage der 110.000- und 10.000-Volt-Kabelanschlüsse an sowie die Installation der Steuer- und Schutztechnik. „Besteht die Anlage dann noch die Inbetriebnahmeprüfungen“, so Balzer, „könnte das Umspannwerk ab dem 18. Dezember wieder Strom in die Stadt liefern.“

Für die Ingenieure der Stadtwerke ist die Arbeit an der Burgstraße damit aber noch nicht erledigt. Der Ersatz des Hochspannungstransformators ist für sie nur der erste Schritt einer umfangreichen Modernisierung des knapp 61 Jahre alten Umspannwerks. Nach und nach wollen sie in den nächsten Jahren auch noch die Hoch- und Mittelspannungsschaltanlage sowie die Schutz- und Leittechnik des Umspannwerkes erneuern.

geschrieben von  Birgit Jahnke

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