Kanadagans mit zwei Jungtieren

Umwelt

Als Gruppe stehen wir für wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung. Dies zeigt sich insbesondere beim Klimaschutz. Der Rat der Stadt Bielefeld beschloss 2007, einen eigenen Beitrag zu leisten um die Klimaziele der Bundesregierung bis 2020 zu erreichen. Diese Ziele haben wir bereits vor der Zeit erfüllt.


Unsere Klimaziele sind vorzeitig erreicht

1. Ziel: Senkung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent 

Bereits 2015/16 – und damit vier bis fünf Jahre vor Ablauf der Zeit – haben wir unser Ziel einer 40-prozentigen CO2-Gesamteinsparung erreicht. Wie unser aktueller Bericht zeigt, gelang uns eine deutliche CO2 -Reduzierung gegenüber dem Jahr 1990. Ein Blick auf den spezifischen Emissionsfaktor unseres selbst erzeugten Stroms bestätigt, dass unser Wert 85 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt liegt.

Selbst wenn der Stromanteil des Kernkraftwerks Grohnde außer Acht gelassen wird, würde dieser Durchschnittswert immerhin noch um 40 Prozent unterschritten. Perspektivisch wird dieser Emissionsfaktor durch den Ausbau der regenerativen Erzeugungsanlagen weiter sinken.

2. Ziel: 25 Prozent Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung

Auch das zweite Klimaziel haben wir bereits erreicht: 25 Prozent sollte der Anteil des bei uns erzeugten Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplung im Jahr 2020 betragen. Erstmals erreichten wir diese anvisierte Zielmarke im Jahr 2014. 2016 haben wir den Wert weiter gesteigert, sodass wir nun von einer langfristig stabilen Erfüllung der Vorgabe ausgehen können. Zum Vergleich: Der deutsche Durchschnittswert liegt bei einem Anteil von 17,3 Prozent an KWK-Strom in der Gesamtstromerzeugung.

3. Ziel: Ausbau der regenerativen Erzeugung auf 20 Prozent am Gesamtstromverbrauch 

Ein weiteres Ziel war der Ausbau des Anteils regenerativer Energie am Gesamtstromverbrauch in Bielefeld. Dieses Ziel haben wir 2016 erreicht: In diesem Jahr überschritt die regenerative Erzeugung von Strom mit einem Anteil von 20,8 Prozent bei uns erstmals das für 2020 anvisierte Ziel. Dies lag vor allem daran, dass wir unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich ausbauen konnten: Im Berichtszeitraum haben sich die Anteile an der Interargem mit den beiden Abfallverbrennungsanlagen in Bielefeld und Hameln mehr als verdoppelt. Zusätzlich werden in der Hamelner Anlage pro Jahr 100.000 Tonnen Altholz in einem Biomassekessel klimaneutral verstromt.

Im Juli 2016 haben wir außerdem zusammen mit den Stadtwerken Gütersloh den Windpark Ostwestfalen mit fünf Windenergieanlagen in Betrieb genommen – jede Anlage mit einer Leistung von drei Megawatt. Insgesamt erwarten wir hier jährlich 37 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugten Strom, wodurch rund 25.000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Die investierten 29 Millionen Euro haben sich gelohnt, denn der Windpark erzeugt so viel Strom, wie 13.000 Haushalte jährlich benötigen.

Kontakt

Das Team Unternehmenskommunikation | Foto: Timo Prünte

Unternehmens­kommunikation


Umweltfreundlicher Nahverkehr

Einen weiteren Beitrag für die CO2-Einsparung liefert unsere Mobilitätstochter moBiel. Umwelt- und Klimaschutz ist ein Ziel, das moBiel schon seit mehreren Jahren mit zahlreichen Aktivitäten verfolgt. Dazu gehört sowohl der Einsatz umweltschonender Techniken bei unseren öffentlichen Fahrzeugen als auch »hinter den Kulissen« auf unserem Betriebshof. 

Auch Fahrgäste leisten Beitrag

Bielefelderinnen und Bielefelder können selbst zum Umweltschutz beitragen, denn Fahrgäste sind KlimaEngel. Einen besonders großen Beitrag zum Klimaschutz leisten unsere 59,6 Mio. Fahrgäste (2016) pro Jahr. Mit jeder Fahrt, die sie alternativ zum Auto mit Bus und StadtBahn zurücklegen, reduzieren sie den Ausstoß des schädlichen Treibhausgases CO2 erheblich. Nach Berechnungen der Stadt Bielefeld erzeugt eine Person nur 28 Gramm CO2 pro mit der StadtBahn gefahrenem Kilometer. Nimmt die Person das Auto, entsteht mit 138 Gramm pro Kilometer fast viermal so viel schädliches Gas. Wer mit dem Bus fährt, erspart der Umwelt pro gefahrenem Kilometer im Vergleich zum Auto 80 Gramm CO2.

Umweltfreundliche Fahrzeuge – Busse besser als der Standard

In der Umwelttechnik von Bussen ist MoBiel seit Jahren führend unter den deutschen Verkehrsunternehmen. Bereits seit 1999 fährt die gesamte Busflotte mit schwefelfreiem Diesel, im Jahr 2000 wurden die ersten Fahrzeuge mit sogenannten CRT-Filtern ausgerüstet. Mittlerweile fahren alle Busse rußfrei. Im Jahr 2015 schaffte moBiel elf neue Busse mit der neuesten Abgasnorm EURO VI an. Damit können die Stickoxidemissionen durch eine neu entwickelte Motor- und Getriebetechnik nochmals um etwa 80 Prozent reduziert werden. Aber nicht nur der Ausstoß von Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff ist besonders niedrig, auch der Kraftstoffverbrauch ist reduziert. Zudem sind die neuen Fahrzeuge besonders leise.

Umweltfreundliche Fahrweise verstärkt umweltschonenden Effekt 

Bei seinen laufenden Schulungen lernt unser Fahrpersonal in der moBiel-Betriebsfahrschule, mit welcher Fahrweise es den Kraftstoffverbrauch effektiv senken kann. So verstärken unsere Fahrerinnen und Fahrer den umweltschonenden Effekt der Busse und leisten auch persönlich einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

StadtBahnen: Strom sparen durch Bremsenergie-Rückgewinnung

Beim Bremsen erzeugt eine StadtBahn Energie. Diese kann von anderen StadtBahnen aufgegriffen und zum Beispiel für die Beschleunigung genutzt werden. Wird in diesem Moment jedoch keine Energie benötigt, dann wird diese in Wärme umgewandelt und verpufft ungenutzt.

Im EU-Projekt »Ticket to Kyoto« hat moBiel Techniken zur Bremsenergie-Rückgewinnung eingerichtet. Mit Hilfe eines Schwungradspeichers wird die durch Bremsen erzeugte Energie gespeichert und kann so zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben werden.

Außerdem wurden drei Wechselrichter im StadtBahn-Netz eingebaut. So kann die Bremsenergie zum Beispiel auch für die Beleuchtung von Haltestellen oder Signalanlagen, Aufzügen und Rolltreppen genutzt werden. Durch diese Technik konnten im Jahr 2015 rund 1,2 Mio. kWh Strom zurückgewonnen und über 570 Tonnen CO2 eingespart werden.

Wasser sparen durch Abwasseraufbereitung

Seit dem Jahr 2000 bereitet moBiel die Abwässer aus den Tankstellen-, Werkstätten und Kfz-Reinigungsbereichen zur Wiederverwendung auf. Durch physikalische und biologische Verfahren werden in einem aus mehreren Kammern bestehenden System die organischen Stoffe in unschädliche wasserlösliche Stoffe und Schlammflocken umgewandelt. Durch die Abwasseraufbereitung und Mehrfachnutzung des Wasser reduzierte sich der Frischwasserverbrauch in den Werkstätten um circa 60 Prozent.

Umweltfreundliche Fahrzeugreinigung

Die Waschanlagen für Busse und StadtBahnen auf dem moBiel-Betriebshof werden hauptsächlich mit Brauchwasser aus der Wiederaufbereitungsanlage betrieben. Erst im letzten Waschgang wird Frischwasser verwendet, um Schlierenbildung zu verhindern. Nach der Reinigung werden die Fahrzeuge mit einem umweltfreundlichen Schutzmittel behandelt, das die Oberflächen versiegelt und sie vor Verschmutzung schützt. So kann die Anzahl der nötigen Fahrzeugwäschen reduziert werden.