moBiel legt Jahresabschluss 2016 vor – Immer mehr Bielefelder fahren mit Bus und StadtBahn

Ein neuer Ticketautomat neben einem Vamos
moBiel legt Jahresabschluss 2016 vor | Foto: Torsten Gutbier

07.06.2017 | 16:13

Knapp 60 Millionen Fahrgäste, ein besseres Jahresergebnis als erwartet, wichtige Vorhaben auf den Weg gebracht: Bei moBiel, dem Bielefelder Nahverkehrsunternehmen, blickt man zufrieden auf das Geschäftsjahr 2016 zurück.

Besonders erfreulich: Die Fahrgastzahlen sind erneut gestiegen – wie in jedem Jahr seit 1990. 59,6 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 die Busse und StadtBahnen von moBiel (2015: 58,2 Millionen). Das ist ein Anstieg um 2,4 Prozent und damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (1,8 Prozent). Eine wichtige Rolle bei diesem neuen Fahrgastrekord spielt neben der wachsenden Einwohnerzahl Bielefelds die Verlängerung der Linie 2 nach Altenhagen, die im Dezember 2015 in Betrieb ging.

Für moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann zeigen diese Zahlen, wie wichtig und richtig der weitere Ausbau des Nahverkehrs in Bielefeld ist: „Die mehr als 25 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte zeigt, dass wir den Bielefelderinnen und Bielefeldern einen attraktiven und leistungsfähigen Nahverkehr bieten. Unsere Busse und StadtBahnen sind das Rückgrat einer klimaschonenden Mobilität. Schließlich fahren unsere fast 34,6 Millionen StadtBahn-Fahrgäste schon heute elektrisch durch Bielefeld. Und – bundesweit ein Spitzenwert - 67 unserer 99 Busse, also 68 Prozent, erfüllen schon die strenge Euro-6-Abgasnorm."

Gestiegener Umsatz – gesunkenes Defizit

Die Umsatzerlöse stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um sechs Prozent auf 57,9 Millionen Euro (2015: 54,6 Mio. Euro). Die Kostenunterdeckung verringerte sich um 2,6 Prozent auf 20,6 Millionen Euro (2015: 21,2 Mio. Euro). Gerechnet hatte das Unternehmen mit einem um eine Million Euro höheren Verlust. „Dieses Ergebnis freut uns sehr", sagt Martin Uekmann. „Es ist darauf zurückzuführen, dass wir mehr Fahrgäste als erwartet neu gewonnen haben. Es zeigt aber auch, dass unsere Effizienzprogramme wirken. Es gab nicht die eine große Kostensenkungsmaßnahme; wir haben an vielen Stellschrauben gedreht."

Stadtwerke Bielefeld übernehmen Verkehrsverluste

Die Verkehrsverluste von 20,6 Millionen Euro gleicht das Mutterunternehmen Stadtwerke Bielefeld aus, so dass die Stadt Bielefeld hiermit nicht belastet wird. Uekmann: „Keine Selbstverständlichkeit. In vielen deutschen Großstädten werden die Verkehrsverluste über den städtischen Haushalt ausgeglichen."

Erfreulich: Der Aufwanddeckungsgrad lag 2016 bei 75,4 Prozent (2015: 74,2 Prozent) – der beste Wert, den moBiel bei dieser Kennzahl je erzielt hat. Zum Vergleich: 1990, bevor der kostenintensive StadtBahn-Tunnel in Betrieb ging, lag dieser Wert bei 43 Prozent – bei nur 23,1 Millionen Fahrgästen.

Personal

2016 beschäftige moBiel 711 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stichtag: 31.12., Vorjahr: 689), darunter 402 Bus- und StadtBahn-Fahrer (2015: 378; Zuwachs: 6,35 Prozent). In den vergangenen zwei Jahren kamen insgesamt 74 neue Fahrerinnen und Fahrer zu moBiel. Bis Ende 2018 plant das Unternehmen die Einstellung weiterer 70 bis 80 Fahrer.

8,5 Millionen Euro investiert

Im Jahr 2016 investierte moBiel 8,5 Millionen Euro (2015: 17,3 Mio. Euro). Der Schwerpunkt lag bei den Fahrzeugen. moBiel beschaffte für 5,5 Millionen Euro 18 umweltfreundliche Busse, zwölf Gelenk- und sechs Solobusse. Die besonders leisen, abgasarmen und Kraftstoff sparenden Busse, die zudem die strenge Euro-VI-Abgasnorm erfüllen, ersetzen zum einen 16 ältere Fahrzeuge. Zwei weitere Busse wurden zum anderen wegen einer weiteren Übernahme von Leistungen von der Busverkehr Ostwestfalen (BVO) benötigt.

Ausblick

Auch 2017 wird moBiel im erheblichen Umfang in einen noch attraktiveren und leistungsfähigeren Nahverkehr investieren. 42,4 Millionen Euro sind hierfür eingeplant. Der größte Teil entfällt mit 27 Millionen Euro auf eine erste Teilzahlung für die Beschaffung von 24 weiteren Vamos-StadtBahnen. Sie werden notwendig als Ersatz für die über 30 Jahre alten Bahnen vom Typ M8C und zur Beförderung von immer mehr Fahrgästen. Die Gesamtkosten für die neuen Bahnen, die ab 2020 ausgeliefert werden sollen, belaufen sich auf rund 90 Millionen Euro. Weitere 3,8 Millionen Euro hat die Beschaffung von 13 neuen Bussen - fünf Gelenk- und acht Solobusse - gekostet, die Ende Mai an moBiel geliefert wurden.

Rund vier Millionen Euro fließen in diesem Jahr in die Errichtung des zweiten Betriebshofs im Bielefelder Stadtteil Sennestadt Hier sollen künftig zwischen 30 und 35 der dann rund 120 moBiel-Busse untergebracht werden. Mitte 2018 soll der insgesamt rund 8,9 Millionen Euro teure Betriebshof betriebsbereit sein.

Investitionen in das Schienennetz sollen bis einschließlich 2018 vorrangig in den Bau neuer Hochbahnsteige fließen. Ferner wird 2017 der Streckenabschnitt der Linie 3 zwischen Sieker-Mitte und Stieghorst Zentrum modernisiert und dabei auch Vamos-tauglich gemacht. So werden u.a. die Hochbahnsteige auf diesem Linienast verlängert. Auf einem Teilabschnitt der StadtBahn-Linie 2 werden auf einer Länge von 2.300 Metern im Sommer die Gleise erneuert.

Umstellen müssen sich die Bielefelder moBiel-Kunden ab Sommer bei den Fahrkartenautomaten. Ab dem 1. August wird moBiel für insgesamt 2,5 Millionen Euro 90 neue Ticketautomaten installieren. Sie lösen die heutigen rund 30 Jahre alten Geräte ab.

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