Männliche Hand mit Kaffeetasse

E-Roller-Sharing für Bielefeld

moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann fährt den E-Roller schon mal Probe. Cornelia Christian, Friedhelm Rieke und Projektleiterin Sarah Bicker gefällt’s.
moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann fährt den E-Roller schon mal Probe. Cornelia Christian, Friedhelm Rieke und Projektleiterin Sarah Bicker gefällt’s.

09.07.2018 | 09:43

moBiel startet im August mit neuem Mobilitätsangebot

Sie sind klein, retro und ziemlich leise – die E-Roller von moBiel. Ab August werden sie auf den Bielefelder Straßen unterwegs sein. In diesem Jahr wird es erst einmal 15 E-Roller geben. Sollte das Konzept gut bei den Bielefeldern ankommen, werden für das kommende Jahr noch weitere elektrische Flitzer angeschafft. Martin Uekmann, moBiel-Geschäftsführer, freut sich das Projekt bald auf der Straße sehen zu können: „Wir sind sehr gespannt wie das Konzept ankommt und freuen uns natürlich auch über jedes Feedback, das wir bekommen, damit wir das E-Roller-Sharing in Bielefeld weiterentwickeln können. Um die Verkehrswende zu schaffen, brauchen wir in Zukunft immer neue Ideen und da ist moBiel der richtige Ansprechpartner.“ 

Über App zum E-Roller-Glück

Das Buchen der Roller wird ganz einfach über die „flowBie-App“ möglich sein. Die E-Roller stammen von der Firma Kumpan electric und sind in einem 50er-Jahre-Retrolook gehalten. In jedem Roller sind jeweils zwei Helme in unterschiedlichen Größen sowie Hygienehauben vorhanden, so dass sich niemand dafür extra einen eigenen Helm anschaffen muss.

Das E-Roller-Sharing funktioniert als sogenanntes „freefloating“-System. Anders als beim bisher in Bielefeld bekannten Car-Sharing müssen die Roller nicht an einer bestimmten Stelle abgestellt werden. Damit die Roller allerdings nicht zu weit außerhalb für den nächsten Kunden geparkt werden, gibt es in diesem Jahr einen Radius innerhalb dessen die Nutzer ihre Fahrt beenden müssen. Dieser erstreckt sich entlang der Grenzen der Stadtteile Dornberg, Schildesche, Heepen, Stieghorst und Gadderbaum. Im Süden von Bielefeld ist das endgültige Abstellen nicht möglich. Cornelia Christian, Geschäftsbereichsleiterin Kundenmanagement bei moBiel: „Andere Städte haben bereits die Erfahrung gemacht, dass die Roller in einem sehr dicht besiedelten Gebiet bleiben müssen, damit genug Personen auch die Chance haben, einen freien Flitzer für sich zu finden. Aber mit der Zeit wird sich zeigen, wie das Konzept aufgeht und eventuell expandieren wir dann auch noch in andere Stadtteile.“ Fahren kann man die Roller natürlich so lange, wie sie den Nutzer tragen. Fährt ein Bielefelder damit nach Sennestadt, um dort etwas zu erledigen, kann er ihn zu einem niedrigen Tarif dort parken und wieder zurückfahren. Solange er sich allerdings außerhalb des „Heimatgebiets“ des Rollers befindet, muss weiter gezahlt werden und ein endgültiges Abstellen ist nicht möglich.

Die Akkus der E-Roller schaffen bis zu 180 Kilometer. Über eine Software wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von moBiel gemeldet, wenn ein Akku droht leer zu werden. Diese fahren den Roller dann an und tauschen den Akku aus. So soll gewährleistet sein, dass die Roller möglichst ohne Unterbrechung genutzt werden können. 

Testgruppe prüft auf Herz und Nieren

Ab Mitte August werden die E-Roller bereits im Stadtbild sichtbar sein. Dann testen rund 50 Bielefelder das neue Konzept, so dass erste Kinderkrankheiten beseitigt werden können. Unter den 50 Personen sind Mitarbeiter der Stadtwerke Bielefeld Gruppe,  Medienvertreter, Gastronomen, Studenten und Interessierte aus der Startup-Szene. Diese berichten moBiel während der gesamten Pilotphase 2018 von ihren Erfahrungen mit den E-Rollern – was gut lief und was noch verbessert werden kann. Sarah Bicker leitet das E-Roller-Projekt bei moBiel und erhofft sich wertvolle Erkenntnisse: „Wir wissen zum Beispiel noch nicht wie sich die App unter Live-Bedingungen verhält. Klappt die Ortung auch mit schlechtem Netz? Ist der Prozess zum Verifizieren des Führerscheins optimal? All das können wir über die Testgruppe erfahren und so ein noch besseres Produkt anbieten, wenn dann alle Bielefelder damit fahren wollen.“

Läuft die Testphase bereits reibungslos, werden die Roller für die Öffentlichkeit noch in diesem Jahr freigegeben. Dann wird die flowBie-App für die Betriebssysteme Android und iOS erhältlich sein. 

flowBie ist mehr als E-Roller

Unter dem Namen flowBie wird es bei moBiel in den kommenden Jahren zusätzlich zu den E-Rollern noch weitere neue Angebote geben. Aktuell arbeitet das Unternehmen an verschiedenen  Ideen, um Kunden noch vielfältigere Mobilitätsangebote als Ergänzung zu Bus und Stadtbahn zu bieten. flowBie ist dabei der Oberbegriff für das gesamte Themenfeld rund um neue Mobilität und bedeutet so viel wie „Mobilität im Fluss“. Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld: „Unsere Vision ist, dass wir irgendwann eine Vielzahl an Verkehrsmitteln bereit stellen können, die alle miteinander harmonieren und nach Belieben kombiniert werden können, damit ein eigenes Auto immer seltener benötigt wird. Anhand der Stickoxid-Diskussionen sehen wir, dass wir Mobilität neu denken müssen. Dabei beziehen wir den Individualverkehr auch mit ein.“ Zu flowBie zählt nämlich auch das Konzept für die Erweiterung der öffentlichen E-Lade-Infrastruktur. Die Stadtwerke Bielefeld erweitern 2018 an rund 30 Standorten ihr Ladesäulennetz. Bereits errichtet sind unter anderem Säulen am Kundenzentrum der Stadtwerke Bielefeld an der Schildescher Straße, am Rathaus und am REWE-Markt Babenhauser Straße. Geplant sind weitere Kooperationen mit Unternehmen und Geschäften sowie Schnellladesäulen. 

Konditionen für den flowBie-E-Roller 

  • für die Pilotphase: Anmeldung 9,90 Euro, inklusive 20 Freiminuten
  • Fahren 19 Cent pro Minute
  • Parken 9 Cent pro Minute
  • Tagespreis 19 Euro
  • Vorteile für moBiel-Abo-Kunden
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